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Was sind Tumorschmerzen?

Tumorschmerzen sind Schmerzen, die durch Krebs (einen Tumor) verursacht werden. Das bedeutet nicht, dass jeder Tumor sofort Schmerzen macht – viele Krebsarten sind anfangs schmerzlos. Schmerzen entstehen oft erst im späteren Verlauf, wenn der Tumor:

  • auf Organe, Nerven oder Knochen drückt,

  • in Gewebe einwächst, oder

  • durch die Behandlung (z. B. Operation, Bestrahlung) selbst Schmerzen verursacht.

Wie entstehen Tumorschmerzen?

Tumorschmerzen können auf unterschiedliche Weise entstehen:

 

1. Direkt durch den Tumor selbst:

  • Der Tumor wächst und verdrängt oder zerstört Gewebe.

  • Er kann auf Nerven drücken, was sehr schmerzhaft ist.

  • Er kann Knochen durchbrechen oder Organe beeinträchtigen.

2. Durch Metastasen (Tochtergeschwülste):

  • z. B. Knochenmetastasen (häufig bei Brust-, Prostata- oder Lungenkrebs) verursachen starke Schmerzen

3. Durch Nebenwirkungen der Behandlung:

  • Operation: Narbenschmerz oder Nervenschädigung

  • Chemotherapie: Nervenschäden (Polyneuropathie)

  • Strahlentherapie: Hautreizung, Schleimhautentzündungen

4. Durch allgemeine körperliche Veränderungen:

  • Bewegungsmangel, Schwäche, Muskelabbau

  • Infektionen oder Entzündungen, weil das Immunsystem geschwächt ist

Wie fühlen sich Tumorschmerzen an?

Das hängt stark vom Ort und der Ursache ab. Tumorschmerzen können sein:

  • dumpf oder stechend

  • drückend oder bohrend

  • dauerhaft oder in Schüben

  • lokal begrenzt oder ausstrahlend

  • manchmal auch brennend oder kribbelnd, wenn Nerven betroffen sind (neuropathischer Schmerz)

Diagnose und Beobachtung

  • Wichtig ist eine genaue Schmerzanalyse (Ort, Stärke, Dauer, Art)

  • Patienten führen oft ein Schmerztagebuch, um die Behandlung anzupassen

  • Bildgebende Verfahren (z. B. CT, MRT) helfen, die Schmerzursache zu finden

Wie werden Tumorschmerzen behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, der Art des Schmerzes und dem Zustand des Patienten. Man spricht auch von einem „Schmerzmanagement“.

 

1. Schmerzmittel (nach WHO-Stufenschema):

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt ein Stufenschema für Tumorschmerzbehandlung:

  • Stufe 1: Leichte Schmerzmittel (z. B. Paracetamol, Ibuprofen)

  • Stufe 2: Schwache Opioide (z. B. Tramadol)

  • Stufe 3: Starke Opioide (z. B. Morphin, Fentanyl)

Diese Mittel werden regelmäßig und nach Plan gegeben – nicht erst, wenn der Schmerz „nicht mehr auszuhalten“ ist.

 

2. Weitere Maßnahmen:

  • Medikamente gegen Nervenschmerz (z. B. Pregabalin, Antidepressiva)

  • Kortison zur Abschwellung (z. B. bei Hirntumoren)

  • Bestrahlung zur Schmerzlinderung bei Knochenmetastasen

  • Operation, z. B. zur Druckentlastung

  • Psychologische Unterstützung (z. B. Umgang mit Angst und Erschöpfung)

  • Palliativmedizin – umfassende Versorgung in fortgeschrittener Krankheitsphase

Ziel der Behandlung
  • Schmerzen zuverlässig lindern

  • Lebensqualität verbessern

  • Selbstständigkeit und Ruhe zurückgeben

Wichtig zu wissen
  • Kein Mensch sollte anhaltende Schmerzen erleiden müssen, auch nicht bei Krebs.

  • Eine gute Schmerztherapie ist heute möglich und wird individuell angepasst.

  • Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung können auch in der gewohnten häuslichen Umgebung oder im Hospiz begleiten und entlasten.