(chronic plevic pain)
Chronische Unterbauchschmerzen sind Schmerzen im Bereich des Beckens oder Unterbauchs, die länger als 3–6 Monate andauern – unabhängig von der Ursache. Sie können ständig da sein oder immer wieder auftreten, z. B. in Schüben.
Wo genau tut es weh?
Der Schmerz ist meist im Unterbauch und/oder in der Beckenregion. Er kann auch in Rücken, Leisten, Genitalien oder Oberschenkel ausstrahlen.
Wie fühlen sich die Schmerzen an?
Das ist individuell verschieden, z. B.: ziehend oder drückend, brennend, stechend, dumpf oder krampfartig, manchmal auch begleitet von Blähungen, Völlegefühl oder Schmerz beim Wasserlassen oder Sex.
Mögliche Ursachen – aber nicht immer eindeutig
Chronische Unterbauchschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben – manchmal auch mehrere gleichzeitig. Manchmal wird keine klare körperliche Ursache gefunden, obwohl die Schmerzen real und belastend sind.
Hier ein paar mögliche Auslöser:
Gynäkologisch (bei Frauen): Endometriose, Myome, Eierstockzysten, Verwachsungen nach Operationen, chronische Entzündungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie).
Urologisch (z. B. bei Männern oder Frauen): Reizblase, chronische Blasenentzündung, Prostataentzündung (Prostatitis).
Magen-Darm-Trakt: Reizdarmsyndrom, chronische Verstopfung oder Blähungen, entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn).
Muskeln und Nerven: Verspannungen der Beckenbodenmuskulatur, Nervenreizungen oder Nervenschmerzen, Haltungsschäden oder Rückenschmerzen.
Psychosomatische Faktoren:
Stress, Angst, Trauma oder Depression können den Schmerz verstärken oder sogar mitverursachen.
Wichtig zu wissen: Der Schmerz ist echt – auch ohne sichtbare Ursache
Chronische Schmerzen können entstehen, wenn das Nervensystem überempfindlich wird. Dann „meldet“ der Körper Schmerz, auch wenn keine akute Entzündung oder Verletzung da ist. Man nennt das eine „Schmerzkrankheit“.
Wie wird das behandelt?
Die Therapie ist oft multimodal – also aus mehreren Bausteinen zusammengesetzt, zum Beispiel:
Medikamente (z. B. Schmerzmittel, Antidepressiva, Muskelrelaxantien)
Physiotherapie oder Beckenbodentraining
Psychotherapie, wenn psychische Belastungen eine Rolle spielen
Entspannungstechniken, z. B. progressive Muskelentspannung
Ernährungsberatung bei Darmbeteiligung
In manchen Fällen: Operation (z. B. bei Endometriose oder Verwachsungen)
Ziel der Behandlung
Schmerzen lindern
Lebensqualität verbessern
Wieder aktiv am Alltag teilnehmen
Nicht immer: völlige Schmerzfreiheit – aber besserer Umgang mit dem Schmerz